M&A-Glossar.
Die wichtigsten Begriffe, knapp erklärt.
Vom Asset Deal bis zum Working Capital — über 120 Begriffe aus Unternehmensverkauf, Bewertung, Due Diligence, SPA und Akquisitionsfinanzierung. Für Mittelständler verständlich, für die Verhandlung präzise genug.
Jeder Verkaufs- oder Kaufprozess bringt eine eigene Sprache mit. Wer sie kennt, verhandelt souveräner — wer sie zum ersten Mal hört, sollte nicht zögern, nachzufragen. Dieses Glossar ist die Kurzfassung dessen, was in unseren Mandaten regelmäßig zur Sprache kommt. Es ersetzt keine Beratung, aber es schafft eine gemeinsame Basis für das Gespräch.
Jeder Eintrag hat eine eigene Ankermarke (#slug) — Sie können einzelne Begriffe verlinken oder bookmarken. Im Laufe der Zeit entstehen aus diesen Einträgen eigene Unterseiten mit Beispielen, Fallstricken und Vertragsklauseln.
Begriffe mit Anfangsbuchstabe A
- Add-on / Bolt-on Acquisition
- Zukauf eines kleineren Zielunternehmens durch eine bestehende Plattformgesellschaft — typischer Baustein einer Buy-and-build-Strategie.
- Adjusted EBITDA
- Bereinigtes EBITDA, korrigiert um Sondereffekte, einmalige Aufwendungen und nicht-operative Posten. Zentrale Basis für Bewertungsmultiples im Mittelstand.
- Akquisitionsfinanzierung
- Fremd- und Eigenkapitalstruktur zur Finanzierung eines Unternehmenskaufs. Typische Bestandteile: Senior Debt, Mezzanine, Vendor Loan und Sponsor Equity.
- Anti-Embarrassment-Klausel
- Vertragsklausel, die dem Verkäufer einen nachträglichen Kaufpreisanspruch sichert, falls der Käufer das Unternehmen innerhalb einer Frist deutlich teurer weiterverkauft.
- Asset Deal
- Erwerb einzelner Vermögensgegenstände, Verträge und Arbeitsverhältnisse eines Unternehmens. Im Unterschied zum Share Deal wechselt die Gesellschaft nicht den Eigentümer.
- Auktion (Beschränkte Auktion)
- Strukturierter Verkaufsprozess mit mehreren parallel angesprochenen Käufern. Im Mittelstand häufig als beschränkte Auktion mit 15–30 Bietern, nicht als offene Auktion.
- Außenwirtschaftsgesetz (AWG)
- Deutsche Investitionsprüfung. Bei sicherheitsrelevanten Branchen oder Erwerben durch Nicht-EU-Käufer kann eine Freigabe des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWK) erforderlich sein.
Begriffe mit Anfangsbuchstabe B
- Beneficial Owner (Wirtschaftlich Berechtigter)
- Natürliche Person, der ein Unternehmen letztlich zuzurechnen ist. Relevant für Geldwäscheprüfung (KYC) und das deutsche Transparenzregister.
- Beteiligungsgesellschaft
- Sammelbegriff für Finanzinvestoren wie Private-Equity-Häuser oder Family Offices, die Mehrheits- oder Minderheitsbeteiligungen an Unternehmen halten.
- Bid Procedures / Process Letter
- Schriftliche Verfahrensregeln eines Verkaufsprozesses — Fristen, Format und Anforderungen an indikative und verbindliche Angebote, an alle aktiven Bieter versandt.
- Break-up Fee
- Strafzahlung bei einseitigem Abbruch einer fortgeschrittenen Transaktion. Im deutschen Mittelstand selten, in größeren Cross-border-Deals üblicher.
- Bridge Loan
- Kurzfristige Überbrückungsfinanzierung zwischen Signing und Refinanzierung über langfristige Mittel.
- Buy-and-Build
- Beteiligungsstrategie, bei der eine Plattformgesellschaft durch schrittweise Zukäufe (Add-ons) ausgebaut wird — typisches Modell vieler Mid-Market-PE-Häuser.
- Buy-out
- Erwerb eines Unternehmens, häufig mit substanziellem Fremdkapitalanteil. Je nach Akteur als MBO, MBI oder LBO ausgestaltet.
- Buy-side
- Käuferseitiges Mandat im M&A-Prozess. Beraterleistung umfasst Targetidentifikation, Bewertung, Verhandlungsführung und Due-Diligence-Steuerung.
Begriffe mit Anfangsbuchstabe C
- CAPM (Capital Asset Pricing Model)
- Modell zur Schätzung der Eigenkapitalkosten auf Basis risikofreier Rendite, Marktrisikoprämie und Beta. Grundlage des Diskontierungszinses im DCF.
- Carve-out
- Herauslösung eines Geschäftsbereichs oder einer Tochtergesellschaft aus einem größeren Konzern und Verkauf als eigenständige Einheit.
- Cash Free Debt Free
- Kaufpreisprinzip: Übergabe des Unternehmens ohne Liquidität und ohne Finanzschulden, beides wird gegen den Equity Value verrechnet.
- Closing
- Vollzug der Transaktion: Kaufpreiszahlung, Anteilsübertragung, Eintritt der Vollzugsbedingungen.
- Closing Accounts
- Kaufpreismechanismus mit nachträglicher Anpassung auf Basis einer zum Closing-Stichtag erstellten Bilanz. Aufwendiger als Locked Box, präziser bei volatiler Geschäftsentwicklung.
- Commercial Due Diligence (CDD)
- Prüfung von Markt, Wettbewerbsposition, Kundenkonzentration und Geschäftsmodell des Zielunternehmens — meist durch eine spezialisierte Strategieberatung.
- Comparable Companies (Trading Multiples)
- Bewertungsansatz auf Basis börsennotierter Vergleichsunternehmen. Multiples (EV/EBITDA, EV/Umsatz) der Peer-Group werden auf das Zielunternehmen angewendet.
- Confidentiality Agreement (NDA)
- Vertraulichkeitsvereinbarung. Voraussetzung für die Weitergabe sensibler Daten an potenzielle Käufer im Verkaufsprozess.
- Conditions Precedent (CPs)
- Aufschiebende Vollzugsbedingungen, deren Eintritt zwischen Signing und Closing erforderlich ist. Typisch: Kartellfreigaben, Bankzustimmungen, Gesellschafterbeschlüsse.
- Covenants
- Vertragsklauseln in Finanzierungsverträgen, die laufende Pflichten oder Kennzahlen-Grenzwerte definieren — zum Beispiel maximale Verschuldungsgrade.
- Cross-border-Transaktion
- Transaktion mit Käufer und Verkäufer aus unterschiedlichen Jurisdiktionen. Erfordert Berücksichtigung von Steuer, Recht und Investitionsprüfung in beiden Ländern.
Begriffe mit Anfangsbuchstabe D
- DACH-Markt
- Wirtschaftsraum Deutschland, Österreich und Schweiz. Typische geografische Reichweite mittelständischer M&A-Mandate aus deutscher Perspektive.
- Datenraum / Virtual Data Room (VDR)
- Gesicherte, personalisierte Online-Plattform für die Bereitstellung vertraulicher Unterlagen in der Due Diligence. Zugriff über Rollen- und Rechtekonzepte, revisionssicher protokolliert.
- DCF (Discounted Cash Flow)
- Bewertungsverfahren auf Basis abdiskontierter zukünftiger Free Cash Flows. Standard für intrinsische Bewertungen, ergänzt durch Multiples-Verfahren.
- De-minimis-Schwelle
- Bagatellgrenze für einzelne Garantieverletzungen. Anspruchsbeträge unterhalb der Schwelle werden vom Käufer nicht geltend gemacht.
- Disclosure Letter / Disclosure Schedule
- Vom Verkäufer beigefügtes Dokument zum SPA, das Ausnahmen zu den abgegebenen Garantien offenlegt. Was offengelegt ist, kann nicht mehr Schadenersatzgrundlage sein.
- Distressed M&A
- Transaktionen in Sondersituationen — im Vorfeld einer Insolvenz, im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens oder als Übertragende Sanierung.
- Drag-along
- Mitverkaufsverpflichtung: Mehrheitsgesellschafter können Minderheiten zwingen, ihre Anteile zu denselben Konditionen mitzuverkaufen. Sichert vollständige Veräußerung.
- Due Diligence (DD)
- Systematische Prüfung des Zielunternehmens durch den Käufer (Financial, Tax, Legal, Commercial, ggf. Technical, ESG). Im Mittelstand typischerweise vier bis acht Wochen.
Begriffe mit Anfangsbuchstabe E
- Earn-out
- Erfolgsabhängiger Kaufpreisbestandteil, der nach Closing über eine definierte Periode in Abhängigkeit von zukünftigen Kennzahlen fließt. Überbrückt Wertvorstellungslücken, birgt aber Risiken.
- EBIT
- Earnings Before Interest and Taxes. Operatives Ergebnis nach Abschreibungen, vor Zins und Steuern.
- EBITDA
- Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization. Operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen — wichtigste Bezugsgröße für Mid-Market-Bewertungen.
- Enterprise Value (EV)
- Unternehmenswert vor Berücksichtigung der Finanzierung. Equity Value zuzüglich Nettofinanzschulden — die Bezugsgröße der meisten Multiples.
- Equity Story
- Investmentnarrativ für Käufer und Investoren. Geschäftsmodell, Wachstumshebel, Marktposition und Risiken — strukturierter Bestandteil des Information Memorandums.
- Equity Value
- Wert des Eigenkapitals. Enterprise Value abzüglich Nettofinanzschulden — entspricht dem Kaufpreis bei einem Share Deal cash free / debt free.
- Escrow
- Treuhandkonto, auf das Teile des Kaufpreises bis zum Eintritt definierter Bedingungen verwahrt werden. Absicherung möglicher Käuferansprüche aus Garantien oder Freistellungen.
- ESG Due Diligence
- Prüfung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken des Zielunternehmens. Bei größeren Transaktionen und institutionellen Käufern zunehmend Standard.
- Exklusivität (Exclusivity)
- Vertraglich gesicherte Verhandlungsausschließlichkeit für einen präferierten Käufer für eine definierte Frist — typischerweise nach LOI, vor Due Diligence.
Begriffe mit Anfangsbuchstabe F
- Fairness Opinion
- Gutachterliche Stellungnahme einer unabhängigen Adresse zur finanziellen Angemessenheit eines Transaktionspreises. Vor allem bei börsennotierten oder regulierten Mandaten relevant.
- Family Office
- Vermögensverwaltung einer oder weniger Familien, häufig mit direkten Mittelstandsbeteiligungen. Charakteristisch: langer Anlagehorizont, weniger Exit-Druck als bei klassischem PE.
- Family Owned Business
- Familienunternehmen — im DACH-Raum dominierender Eigentümertyp im Mittelstand und häufigster Verkäufertyp im Sell-side-Mandat.
- FDI-Screening
- Foreign Direct Investment Screening. Behördliche Investitionsprüfung beim Erwerb durch ausländische Käufer, in Deutschland nach AWG und AWV.
- Financial Due Diligence (FDD)
- Prüfung der finanziellen Verhältnisse des Zielunternehmens. Schwerpunkte: Quality of Earnings, Nettofinanzschulden, Working Capital, Cash-Flow-Qualität.
- Finanzinvestor
- Investor, der Unternehmen primär zur Renditeerzielung erwirbt — typischerweise mit mittelfristigem Verkaufshorizont. Sammelbegriff für Private Equity, Family Offices, Debt Funds.
- Freistellungen (Indemnities)
- Vertragliche Verpflichtungen des Verkäufers, den Käufer von definierten Risiken — etwa Steuern, Altlasten, Rechtsstreitigkeiten — freizustellen.
Begriffe mit Anfangsbuchstabe G
- Garantien (Representations & Warranties)
- Vertragliche Zusicherungen des Verkäufers über bestimmte Eigenschaften des Zielunternehmens. Verletzungen lösen Schadenersatz aus, begrenzt durch Cap und Verjährungsfristen.
- Goodwill
- Differenz zwischen Kaufpreis und Substanzwert des erworbenen Unternehmens. Wird beim Käufer als immaterieller Vermögenswert bilanziert und regelmäßig auf Werthaltigkeit geprüft.
- Grunderwerbsteuer
- Bei Share Deals mit Grundvermögen ab definiertem Beteiligungsschwellenwert möglich; bei Asset Deals mit Grundbesitz regelmäßig fällig. Wesentlicher Strukturierungsfaktor.
Begriffe mit Anfangsbuchstabe H
- Hold-back
- Einbehalt eines Kaufpreisteils zur Absicherung möglicher Käuferansprüche. Alternative oder zusätzliche Sicherung neben Escrow, oft mit direkter Aufrechnung.
- Holdingstruktur
- Gesellschaftsrechtliche Konstruktion, in der Anteile an einer operativen Gesellschaft über eine Holding gehalten werden. Häufig steuerlich motiviert, vor allem im Hinblick auf den späteren Verkauf.
Begriffe mit Anfangsbuchstabe I
- Information Memorandum (IM)
- Ausführliche, vertrauliche Verkaufsunterlage. Enthält Geschäftsmodell, Markt, Finanzkennzahlen und Wachstumsstory — wird erst nach NDA-Unterzeichnung weitergereicht.
- Indication of Interest (IOI)
- Frühe, unverbindliche Interessensbekundung eines Käufers — meist vor oder parallel zur Long-List-Phase und vor dem Non-Binding Offer.
- Indikative Bewertung
- Erste, näherungsweise Bewertung eines Unternehmens — häufig zu Beginn eines Verkaufsmandats als Grundlage für die Verhandlungsstrategie.
- Investment Banking
- Sammelbegriff für die transaktionsbezogene Beratung größerer Häuser. Im Mid-Market konkurrieren spezialisierte Boutiquen mit den M&A-Praxen der Banken.
Begriffe mit Anfangsbuchstabe J
- Joint Venture (JV)
- Gemeinschaftsunternehmen zweier oder mehrerer Partner mit geteilter Kontrolle und Risikoteilung. Im Mittelstand häufig als Vorform einer späteren Übernahme genutzt.
Begriffe mit Anfangsbuchstabe K
- Kartellfreigabe (Merger Control)
- Behördliche Genehmigung eines Zusammenschlusses ab definierten Umsatzschwellen — in Deutschland durch das Bundeskartellamt, bei größeren Transaktionen durch die EU-Kommission.
- Kaufpreisanpassung
- Nachträgliche Korrektur des Kaufpreises auf Basis Closing Accounts. Entfällt beim Locked-Box-Mechanismus.
- KMU (Kleine und mittlere Unternehmen)
- Nach EU-Definition Unternehmen bis 250 Mitarbeitende und 50 Mio. € Umsatz beziehungsweise 43 Mio. € Bilanzsumme. Größter Teil des deutschen Mittelstands fällt darunter.
Begriffe mit Anfangsbuchstabe L
- LBO (Leveraged Buy-out)
- Unternehmenskauf, der überwiegend fremdfinanziert wird. Typische Struktur für Private-Equity-Transaktionen, abgesichert durch das Cashflow-Profil des Zielunternehmens.
- Lead Banker / Lead Advisor
- Federführender M&A-Berater oder Investmentbanker einer Transaktion. Verantwortet Prozess, Verhandlungsführung und Käuferbeziehung.
- Letter of Intent (LOI)
- Vorvertragliche Absichtserklärung, die nach den indikativen Angeboten mit dem präferierten Käufer verhandelt wird. Fixiert Preis, Struktur, Exklusivität und Eckpunkte vor Beginn der Due Diligence.
- Locked Box
- Kaufpreismechanismus, bei dem der Preis auf Basis eines vergangenen Bilanzstichtags fixiert ist und keine Kaufpreisanpassung mehr nach Closing erfolgt. Alternative: Closing Accounts.
- Lock-up
- Vertragliche Veräußerungssperre für Verkäuferanteile nach Closing — etwa bei Rückbeteiligungen oder im Rahmen von Earn-out-Strukturen.
- Long List
- Liste aller im Erstschritt für einen Verkaufsprozess identifizierten potenziellen Käufer. Wird gemeinsam mit dem Mandanten modifiziert und zur Short List verdichtet.
- Long-Stop Date
- Letzter Termin, bis zu dem die Vollzugsbedingungen erfüllt sein müssen. Wird der Termin überschritten, entstehen Rücktrittsrechte.
Begriffe mit Anfangsbuchstabe M
- M&A (Mergers & Acquisitions)
- Sammelbegriff für Unternehmenskäufe, -verkäufe und Fusionen. Umfasst sowohl Sell-side- als auch Buy-side-Mandate über die gesamte Transaktionskette.
- MAC-Klausel (Material Adverse Change)
- Vertragliche Klausel im SPA, die dem Käufer ein Rücktrittsrecht zwischen Signing und Closing bei wesentlicher nachteiliger Veränderung gibt. Wird scharf verhandelt.
- Management-Beteiligung
- Beteiligung des Managements am Eigenkapital nach Buy-out — häufig mit Sweet-Equity-Strukturen, die einen disproportionalen Anteil bei vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz ermöglichen.
- Management Presentation
- Persönlicher Termin im fortgeschrittenen Verkaufsprozess, in dem die Geschäftsführung des Zielunternehmens präferierten Käufern das Geschäft und die Equity Story vorstellt.
- Mandat
- Auftragsverhältnis zwischen M&A-Berater und Mandant. Wird im Sell-side- oder Buy-side-Kontext geführt; Honorarmodell typischerweise Retainer plus Erfolgshonorar bei Closing.
- MBI (Management Buy-in)
- Übernahme eines Unternehmens durch ein externes Management-Team, häufig finanzinvestoren-gestützt. Erfordert sorgfältige kulturelle und operative Integration.
- MBO (Management Buy-out)
- Übernahme eines Unternehmens durch das vorhandene Management, häufig mit Unterstützung von Finanzinvestoren und Bankenfinanzierung.
- Memorandum of Understanding (MoU)
- Absichtserklärung ohne abschließende Bindungswirkung, oft als Vorstufe zum LOI oder im Kontext strategischer Partnerschaften eingesetzt.
- Mezzanine
- Hybride Finanzierungsform zwischen Eigen- und Fremdkapital. Häufig nachrangig besichert mit höheren Zinsen oder Equity Kicker, eingesetzt in Akquisitionsstrukturen.
- Mid-Market
- Marktsegment im M&A nach Transaktionsvolumen. Lower Mid-Market typischerweise bis 100 Mio. €, Mid-Market bis 500 Mio. €, Upper Mid-Market darüber. Eichenbach arbeitet im Lower und Mid-Market.
- Mittelstand
- Deutsche Wirtschaftsstruktur familien- und eigentümergeführter Unternehmen. Charakteristisch: konservative Finanzierung, internationale Marktstellung, kulturelle Bindung an Standort und Belegschaft.
- Multiple (Multiplikator)
- Bewertungskennzahl, mit der ein Wertfaktor — meist EBITDA oder Umsatz — zum Enterprise Value führt. Branchen- und wachstumsabhängig, im Mittelstand häufig 6× bis 12× EBITDA.
Begriffe mit Anfangsbuchstabe N
- NBO (Non-Binding Offer)
- Indikatives, unverbindliches Kaufangebot, das Käufer auf Basis des Information Memorandums abgeben. Grundlage für die Auswahl der Bieter, die in die Due Diligence eingeladen werden.
- NDA (Non-Disclosure Agreement)
- Vertraulichkeitsvereinbarung. Voraussetzung für die Weitergabe des Information Memorandums und sensibler Daten an potenzielle Käufer.
- Nettofinanzschulden (Net Debt)
- Finanzschulden abzüglich liquider Mittel. Zentrales Element der Brücke vom Enterprise Value zum Equity Value und Verhandlungsgegenstand in jeder Transaktion.
Begriffe mit Anfangsbuchstabe P
- Post-Merger Integration (PMI)
- Strukturierte Integration des erworbenen Unternehmens nach Closing. Eigene Disziplin mit Workstreams für Organisation, IT, Finanzen, Vertrieb und Kultur.
- Precedent Transactions
- Bewertungsansatz auf Basis vergleichbarer abgeschlossener Transaktionen. Liefert Marktbeweise für Multiples und Kaufpreisstrukturen.
- Private Equity (PE)
- Außerbörsliches Eigenkapital. Institutionelle Investoren, die Mehrheitsbeteiligungen an Unternehmen über mittelfristige Halteperioden (typisch drei bis sieben Jahre) erwerben.
Begriffe mit Anfangsbuchstabe Q
- Q&A-Tool
- Funktion im Datenraum für strukturierte Käuferfragen und Verkäuferantworten. Revisionssicher protokolliert, kanalisiert den Austausch zwischen Beraterteams beider Seiten.
- Quality of Earnings (QoE)
- Analyse der Ergebnisqualität des Zielunternehmens — Bereinigung um Sondereffekte, Beurteilung der Wiederholbarkeit. Zentrale Komponente der Financial Due Diligence.
Begriffe mit Anfangsbuchstabe R
- Representations & Warranties
- Englische Bezeichnung für Garantien des Verkäufers im SPA. Mehrseitiger Katalog von Zusicherungen zur Beschaffenheit des Zielunternehmens.
- Right of First Refusal (ROFR)
- Vorkaufsrecht. Bestehende Gesellschafter können einen geplanten Verkauf von Anteilen zu den gleichen Konditionen abwenden — gestaltbar als ROFR oder Right of First Offer (ROFO).
- Rückbeteiligung (Roll-over)
- Reinvestition eines Teils des Verkaufserlöses durch den Verkäufer als Minderheit im neuen Eigentümerkreis. Bei PE-Transaktionen häufig — eröffnet den „second bite of the apple“.
- Run-rate
- Hochrechnung des aktuellen Geschäftsverlaufs auf eine Jahressicht. Häufig als Grundlage für Bewertungen bei stark wachsenden Unternehmen genutzt.
Begriffe mit Anfangsbuchstabe S
- Sell-side
- Verkäuferseitiges Mandat im M&A-Prozess. Leistung umfasst Bewertung, Vermarktung, Käuferansprache, Verhandlungsführung und SPA-Begleitung bis zum Closing.
- Senior Debt
- Vorrangig besicherte Fremdfinanzierung mit der höchsten Bedienungspriorität — Grundbaustein der meisten Akquisitionsfinanzierungen.
- Share Purchase Agreement (SPA)
- Anteilskaufvertrag. Das zentrale Dokument der Transaktion. Regelt Kaufpreis, Garantien, Freistellungen, Vollzugsbedingungen und Übergabemodalitäten.
- Short List
- Reduzierte Liste von Käufern nach erster Marktansprache, mit denen vertiefte Gespräche geführt werden. Aus der Short List entstehen die NBO-Bieter.
- Signing
- Rechtsverbindliche Vertragsunterzeichnung des SPA. Oft Wochen oder Monate vor Closing, in der Zwischenzeit werden Vollzugsbedingungen erfüllt.
- Spin-off
- Abspaltung eines Geschäftsbereichs aus einem Konzern. Häufig als eigenständige Börsennotierung umgesetzt — Abgrenzung zum Carve-out fließend.
- SPV (Special Purpose Vehicle)
- Zweckgesellschaft, häufig für eine konkrete Akquisition gegründet. Trägt Finanzierung und hält die erworbenen Anteile, isoliert Risiken und steuerliche Effekte.
- Stapled Financing
- Vom Verkäufer vororganisierte Akquisitionsfinanzierung, die Bieter mit übernehmen können. Beschleunigt den Prozess und reduziert Finanzierungsunsicherheit.
- Stratege (Strategic Buyer)
- Käufer mit operativem Geschäftsmodell, der ein Zielunternehmen aus strategischen Gründen erwirbt — Synergien, Marktzugang, Portfolioergänzung. Eine der drei Hauptkäufergruppen neben Finanzinvestoren und MBI/MBO.
- Sweet Equity
- Disproportionale Beteiligungsform für Management. Geringerer Kapitaleinsatz bei vollem Equity-Anteil — Anreiz für überproportionale Beteiligung am Wertzuwachs.
- Synergien
- Wertsteigerung durch die Kombination zweier Unternehmen. Unterschieden in Hard Synergies (Kosten, Einkauf, Overhead) und Soft Synergies (Cross-Selling, Vertrieb).
Begriffe mit Anfangsbuchstabe T
- Tag-along
- Mitveräußerungsrecht. Minderheitsgesellschafter können bei einem Verkauf durch die Mehrheit zu gleichen Konditionen mitverkaufen — Schutz vor unfreiwilligem Verbleib unter neuem Eigentümer.
- Tax Due Diligence (TDD)
- Prüfung der steuerlichen Verhältnisse des Zielunternehmens und Identifikation steuerlicher Risiken. Grundlage für Tax-Indemnities und steueroptimale Verkaufsstruktur.
- Technical Due Diligence
- Prüfung technischer Aspekte des Zielunternehmens — Anlagen, IT-Systeme, Produkte, Patente. Je nach Branche und Mandat optionaler Bestandteil der DD.
- Term Sheet
- Kurze, oft tabellarische Zusammenfassung der wesentlichen Konditionen einer Transaktion. Vorstufe zum LOI oder Bestandteil indikativer Angebote.
- Terminal Value (TV)
- Endwert eines Unternehmens im DCF. Barwert der Cashflows nach dem Detailplanungszeitraum — häufig der dominante Wertanteil im Modell.
- Trade Sale
- Verkauf an einen strategischen Käufer aus der Industrie — im Unterschied zum Verkauf an einen Finanzinvestor (Financial Sale).
- Transaktionssteuer
- Sammelbegriff für anfallende Steuern in der Transaktion: Grunderwerbsteuer bei Share Deals mit Immobilien, Umsatzsteuer bei Asset Deals, Gewinnsteuern beim Verkäufer.
Begriffe mit Anfangsbuchstabe U
- Unitranche
- Einheitliche Akquisitionsfinanzierung aus einer Quelle, die Senior- und Mezzanine-Tranchen kombiniert. Häufig durch Debt Funds bereitgestellt — schneller, aber teurer als klassische Bankfinanzierung.
Begriffe mit Anfangsbuchstabe V
- Vendor Due Diligence (VDD)
- Vom Verkäufer beauftragte, neutral durch einen Wirtschaftsprüfer erstellte Due-Diligence-Dokumentation. Wird im Datenraum bereitgestellt und kann von Käufern genutzt werden. Bei Transaktionen ab etwa 25 Mio. € üblich.
- Vendor Loan (Verkäuferdarlehen)
- Vom Verkäufer dem Käufer gewährter Teil des Kaufpreises in Form eines Darlehens. Häufig nachrangig, schließt Finanzierungslücken und signalisiert Vertrauen in die Fortführung.
- Verbindliches Angebot (Binding Offer)
- Finales, verbindliches Kaufangebot am Ende der Due-Diligence-Phase — häufig in Form eines unterschriftsreifen SPA-Markups inklusive Finanzierungszusage.
- Verschuldungsgrad (Leverage Ratio)
- Verhältnis Nettofinanzschulden zu EBITDA. Wichtige Kennzahl für die Tragfähigkeit einer Akquisitionsfinanzierung und Bezugsgröße für Covenants.
- Vollzug
- Synonym für Closing. Eintritt der Vollzugsbedingungen, Übertragung der Anteile, Zahlung des Kaufpreises.
- Vollzugsbedingungen
- Aufschiebende Bedingungen (Conditions Precedent), die zwischen Signing und Closing erfüllt sein müssen. Typisch: Kartellfreigaben, Bankzustimmungen, Gesellschafterbeschlüsse.
Begriffe mit Anfangsbuchstabe W
- W&I-Versicherung (Warranty & Indemnity Insurance)
- Versicherung für Garantieverletzungen, die Käufer- oder Verkäuferrisiko absichert. Üblich bei größeren Transaktionen, reduziert Escrow- und Hold-back-Bedarf.
- WACC (Weighted Average Cost of Capital)
- Gewichteter durchschnittlicher Kapitalkostensatz aus Eigen- und Fremdkapital. Diskontierungszins im DCF — sensitiv auf Annahmen zu Kapitalstruktur und Beta.
- Wettbewerbsverbot
- Vertragliche Verpflichtung des Verkäufers, nach Closing für eine definierte Frist nicht in Wettbewerb zum verkauften Unternehmen zu treten. Im SPA scharf verhandelt — Laufzeit, geografische Reichweite, sachlicher Umfang.
- Working Capital
- Umlaufvermögen abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten. In der Kaufpreisbrücke gegen einen Zielwert (Target Working Capital) verrechnet — Quelle vieler Verhandlungspositionen kurz vor Closing.
Begriffe mit Anfangsbuchstabe Z
- Zielunternehmen (Target)
- Das im M&A-Prozess zu erwerbende oder zu verkaufende Unternehmen. Im Buy-side-Mandat „Target“, im Sell-side-Mandat „Mandantenunternehmen“.
Steht ein Begriff im Raum, der hier fehlt?
Wir ergänzen das Glossar fortlaufend. Wenn Sie zu einem Begriff vertieft sprechen möchten, ist ein Erstgespräch schnell vereinbart — vertraulich und unverbindlich.
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